Siegburger Steffi wird zur "Klangfabrik"
"Klangfabrik" soll die neue Discothek auf dem Phrix-Gelände heißen, die noch vor Karneval, voraussichtlich am 11./12. Februar, eröffnen will. Betreiber sind die Brüder Pascal und Rene Frangenberg, welche seit zehn Jahren die Veranstaltungsagentur Promo Event, unter anderem Kooperationspartner von Radio RPR und BigFM, führen. Mit einem neuen Konzept wollen sie sich von dem halbseidenen Vorgänger-Betrieb unterscheiden, der immer wieder - auch durch brutale Gewalt von Türstehern - negative Schlagzeilen produzierte, bis es vor Monaten zur Schließung kam. Leidtragende waren vor allem die Anwohner in den umliegenden Straßen, die durch Gegröle, Randale und Schmutz trunkener und rücksichtsloser Besucher an den Rand des Erträglichen und darüber hinaus getrieben wurden. Vor rund 80 Besuchern präsentierten gestern Abend die Frangenbergs bei einer Bürgerinformation im Museum ihr neues Konzept. Kernpunkte: Keine Besucher unter 18 Jahren, kein Flatrate-Saufen und keine "Budget-Parties" mit Billigalkoholabfüllung, kein Alkohol an Gäste, die bereits genug haben, Einrichtung eines regelmäßigen und halbstündlich verkehrenden Disco-Busses, Einsatz eines "professionellen, seriösen und freundlich auftretenden Sicherheitsunternehmens" im Objekt sowie im Außenbereich. Auch mit dem städtischen Ordnungsamt und der Polizei wolle die "Klangfabrik" intensiv zusammenarbeiten. Das Turmcenter selbst wird in diesen Tagen kräftig umgebaut und in vier Bereiche und eine Lounge für unterschiedliche Besucher- und Altersgruppen umgebaut. Die Discothek selbst wird räumlich verkleinert. Das alte "Steffi" wird zum "Alpenstadl" mit rustikalem Interieur. In der früheren "Hölle" entsteht der Club "Klangrausch" für das Publikum ab 18 Jahre. Moderne LED-Technik soll spektakuläre Lightshows ermöglichen, versprechen die Betreiber, die sich die Messlatte "bewusst hoch" anlegen. Der "Gold Club" (ehemals "Paradies") hat die "Ü 30" im Visier mit eher gemütlicher Atmosphäre, der "Soul Club" zielt überwiegend auf weibliche Gäste ab 20 Jahren und die "Heineken"-Lounge soll zum Relaxen einladen. Die "Klangfabrik" wird freitags, samstags und an Vorfeiertagen von 22 bis 5 Uhr öffnen. Dazu sind Sonderöffnungen geplant, etwa für Gesellschaften oder "Ü-50-Tanznachmittage". Nach den üblen Erfahrungen der Vergangenheit war bei manchen Äußerungen und Fragen der Bürger natürlich Skepsis und Sorge zu hören. Gleichwohl gab es von der überwiegenden Mehrheit Beifall für die Vorstellung der neuen Betreiber. Den Betrieb einer Discothek auf dem Gewerbegebiet zu verhindern, das wäre nach den rechtlichen Regelungen auch völlig unmöglich. Die "gereichte Hand" erst mal anzunehmen und auf eine bessere Zukunft zu setzen, dazu rief Bürgermeister Franz Huhn die Besucher auf. Vier Wochen Anlaufzeit sollten die Betreiber haben, dann will Huhn die betroffenen Anlieger zum ersten Resümee erneut ins Museum einladen. Die Stadt wird jedenfalls auch Ordnungskräfte im Disco-Revier einsetzen, und die Polizei versprach auf Nachfragen der Bürger, Präsenz zu zeigen. Foto: Turmcenter auf dem ehemaligen Phrix-Areal.
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